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Bedrückender Erfahrungsbericht
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Jeanette Schweitzer wird von freundlichen Leuten eingeladen, doch mal ein Kommunikations-Seminar zu besuchen. Sie lässt sich darauf ein. Die Begrüßung ist herzlich, die Methoden höchst ungewöhnlich, aber sie scheinen letztendlich zu funktionieren. Immer öfter besucht Jeanette Schweitzer die Seminare, taucht immer tiefer in das Gedankengut der Psycho-Gruppe ein.
Sie kündigt ihren Arbeitsplatz, um in einer neu gegründeten Scientologen-Firma mitzuarbeiten, nach "ethischen" Prinzipien, wie man ihr versichert. Allerdings ist die scientologische "Ethik" etwas ganz anderes, als was man eigentlich unter Ethik versteht.
Als Jeanette Schweitzer in ihrer Firma Betrügereien, Schwarzarbeit und Bilanzfälschungen entdeckt und dagegen vorgehen will, bekommt sie die Härte des Apparats zu spüren.
Doch noch immer glaubt sie an das Gute dieser Ideologie und wendet sich mit ihrem Anliegen an andere Scientology-Stellen, aber diese reagieren ganz anders, als sie es erwartet. Weil sie Betrügereien ihrer Firma aufdecken will, wird sie als "unethisch" erklärt und zu Straf-Auditings geschickt, während der Scientology-Apparat ihr Zig-Tausende Mark aus der Tasche zieht.
Wann gehen ihr endlich die Augen auf? Und wird sie es schaffen auszusteigen?
Dies Buch ist ein Erfahrungsbericht. Was Jeanette Schweitzer erlebt hat, ist ihre eigene, persönliche Geschichte. Ihr Bericht zeigt aber beispielhaft, wie man in die Fänge von Scientology geraten kann, wie die "Ethik" von Scientology aussieht, wie Scientology die Persönlichkeit der Opfer zerstört und ihnen ihr Geld abnimmt.
Vorkenntnisse über Scientology braucht man nicht zu haben, alles Notwendige wird verständlich erklärt. Die speziellen Methoden der Psycho-Gruppe werden nicht tiefgehend dargestellt - dies kann und will dieser Erfahrungsbericht auch gar nicht leisten, dazu gibt es andere Bücher.
"Der Apparat" ist gut geschrieben, flüssig zu lesen, spannend, und mitfühlenden Zeitgenossen kann diese Biografie sehr nahe gehen.
Fazit: Unbedingt lesen!
Eine Rezension von Seerose >
vom 10. März 2009 |